Landmarke
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| Das Gebiet
Die Landmarke Schloss Herzberg gibt Einblick in die geologische Situation des südlichen Harzrandes. Hier dominieren der Dolomit und im Untergrund die Gipsgesteine der Zechsteinzeit sowie die Ablagerungen, Ereignisse und Landschaftsformen, die das Ergebnis des Eiszeitalters und der geologischen Gegenwart sind. Dazu gehören die mächtigen Kiesablagerungen der Flüsse Oder und Sieber, aber auch die Verkarstung, die unterirdische Entwässerung und ihre vielfältigen Spuren: versinkende Flüsse, Erdfälle über ihren unterirdischen Laufstrecken und die größte Karstquelle Norddeutschlands, die Rhumequelle. Ehe der moderne Mensch einwanderte, jagten in dieser wildreichen Landschaft Neandertaler! Ihre Hinterlassenschaften fanden sich in der Einhornhöhle. Die interessantesten Aufschlüsse und Plätze des Harzrandes und des Harzvorlandes sind durch den Karstwanderweg erschlossen.
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Karstwanderweg
Von Förste im Westen bis Pölsfeld (Landmarke 12) im Osten reihen sich am südlichen Harzrand auf 100 km perlschnurartig Erscheinungen aneinander, die auf die gesteinsauflösende Wirkung des Wassers zurückgehen: Höhlen, Erdfälle und Dolinen, Karstquellen, Bachschwinden und Flussversinkungen, Karstkegel, Schlotten, geologische Orgeln, Felsen und weiße Felswände, gebildet aus dem besonderen Gestein des Südharzes, dem Gips. Der Karstwanderweg erschließt diese einzigartige Gipskarstlandschaft in den Landkreisen Osterode, Nordhausen und Sangerhausen. Bei Herzberg am Harz und Bad Lauterberg bestehen zwei parallele Karstwanderwege, die sich gut zu Rundwanderungen verbinden lassen. Ausgewählte Wanderempfehlungen enthält der multimediale Führer zum Karstwanderweg, der im Buchhandel oder bei den Tourist-Infos erhältlich ist. Der Förderverein Karstwanderweg Südharz richtet Veranstaltungen, insbesondere die geführten Sonntagswanderungen, aus.:
www.karstwanderweg.de
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Die Landmarke des Gebietes:
Schloss Herzberg am Harz
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Der weithin sichtbare Stammsitz des Welfenhauses befindet sich 279 m über NN auf dem lang gestreckten Schlossberg- Rücken. Nach dem Brand im Jahre 1510, der den Vorgängerbau zerstörte, wurde das Schloss als Renaissancefachwerkbau wieder errichtet. Es ist Niedersachsens größtes Schloss in Fachwerkbauweise. Im Museum wird auch über die Schloss- und Herrschaftsgeschichte informiert. Die Ausstellung zu Forstwirtschaft und Bergbau gibt Einblick in die historische Entwicklung dieser beiden, den Harz prägenden, Wirtschaftszweige. Sehenswert sind auch der Rittersaal sowie der Turm im Innenhof mit seinen farbig gefassten Zierschnitzereien der Spätrenaissance. An den steilen Schlossberghängen steht der Hauptdolomit des Südharzer Zechsteingürtels an. Örtlich zeigen Felstürme und Erdfälle an, dass das Sieberwasser unter dem Schloss- und Nüllberg versickert und den Felsuntergrund aus Dolomit und Gips kräftig ablaugt. Verwitterte Flussschotter aus Harzgesteinen auf dem Schlossberg beweisen, dass die Sieber am Beginn des Eiszeitalters hier oberhalb verlief. Seither hat sie sich kräftig eingetieft. 350 m südöstlich vom Schloss versteckt sich in flacher Senke der versumpfende Ochsenpfuhl. In ihm ist Grundwasser aufgeschlossen, dessen Wasserspiegel schon wenige Meter unter dem Bett der vorbeifließenden Sieber liegt. Es zeigt, dass Sieberwasser vom Flussbett abfallend in den Schottern nach Südosten zieht, wo es an der Rhumequelle wieder zu Tage tritt. Zu diesen unterirdischen Auslaugungserscheinungen zählt auch inmitten der Stadt der Jues-See, ein großer Doppelerdfall, der nach dem Ende der letzten Eiszeit einstürzte. Dieses ungewöhnliche Verhalten des Grundwassers manifestiert die geologische Grenze, die den ganzen Harzwest- und -südrand markiert. |
Öffnungszeiten
Museum: April bis Oktober Di. - So. 10.00-13.00 und 14.00-17.00
Uhr November bis März Di. - Fr. 11.00-13.00 und 14.00-16.00 Uhr Sa.
& So. 11.00-13.00 und 14.00-17.00 Uhr (05521) 47
99
www.museum-schloss-herzberg.de |
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Eiszeitalter und Altsteinzeit: Einhornhöhle Scharzfeld ( 2 )
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Diese Naturhöhle im Zechsteindolomit liegt nördlich von Scharzfeld.
Entstanden ist sie bereits vor 3 Mio. Jahren während der ausgehenden
Tertiärzeit. Bei feuchtwarmem Klima drang mit Kohlensäure angereichertes
Regenwasser vom Waldboden in die Kluftspalten des Dolomitfelsens. Über
Jahrhunderttausende entstand dadurch ein riesiger Hohlraum. Im nachfolgenden
Eiszeitalter wurde die gesamte Höhle dann allmählich und fast vollständig mit 15
bis 30 m mächtigen Ablagerungen aus Lehm, Ton, Dolomitsand und eingeschlämmten
Flusskiesen verfüllt. Unter dem Führungsweg der heute sichtbaren Höhle liegen
wertvolle konservierte Zeugnisse des gesamten Eiszeitalters. Große Hallen und
Dome sind durch flachere Gänge miteinander verbunden. Die Einhornhöhle ist mit
über 600 m erschlossener Ganglänge die größte für Besucher zugängliche Höhle im
Westharz. Als ergiebige Fundstelle für das ”Heilmittel Einhorn“ wurde sie
europaweit berühmt. Seit dem Ende des 17. Jh. ist bekannt, dass die Knochen
fossile Reste vom Höhlenbären und anderen Großsäugern sind. 1985 gelang der Fund
von Steinwerkzeugen aus der Altsteinzeit. Jüngste sensationelle
Ausgrabungsbefunde ergaben, dass die Höhle vor über 100.000 Jahren von
Neandertalern besiedelt war! Ein heute verschüttetes Höhlenportal war bis in die
jüngste Kaltzeit hinein ihr ”Werkstattbereich“; Knochenreste von über 70
Tierarten wurden gefunden. Welche Erkenntnisse mögen sich in diesem eis- und
steinzeitlichen geologischen Archiv noch gewinnen lassen? Der Einhornhöhle
gegenüber liegt die malerische Ruine der 1761 zerstörten Burg Scharzfels, die
sich in eine mächtige Felskulisse aus Zechsteindolomit einschmiegt. Drei
Natur-live-Rundwanderwege mit ca. 60 Installationen verbinden die Einhornhöhle
mit der Steinkirche und der Burgruine Scharzfels.
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- Öffnungszeiten der
Einhornhöhle:
April – Oktober: Di.-So. 10.00 – 17.00 Uhr, während der Weihnachtsferien in Niedersachsen
tägl. 11.00 – 16.00 Uhr,
- auf Anfrage.
Gruppenführungen, Sonderführungen, barrierefreies Unter
Tage-Objekt
www.einhornhoehle.de (05521) 997559
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- Zechstein: Tropische Riffe im Südharz bei Bartolfelde und Barbis
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Die B 243 führt östlich Osterhagen auf eine 333 m über NN hohe
Erhebung. Es ist die Elbe-Weser-Wasserscheide. Der Höhenzug kommt aus dem Harz
und taucht an den Westersteinen zwischen Barbis und Osterhagen in das Eichsfeld
ab. Als das Zechsteinmeer vor 258 Mio. Jahren das Harzgebiet überflutete,
bildete diese Eichsfeldschwelle eine langgestreckte Untiefenzone mit vielen
Inseln. Flachwasserzonen ermöglichten das Wachstum von tropischen Riffen. Der
Südharz lag in tropischer Wärme in der heutigen Position von Kairo. Den Atlantik
gab es noch nicht, westlich dieses ”nordeuropäischen“ Zechsteinmeeres lag
Amerika. Das Meer drang schnell von Norden her zwischen Norwegen und Schottland
vor. |
| Trockenes Klima, durchlichtetes Wasser und viele gelöste Stoffe förderten
das Wachstum koloniebildender Organismen, deren Bauten vom Meeresboden bis zur
Oberfläche Riffe aus organisch gebildetem Kalk auftürmten. Als harte,
massig-ungeschichtete Gesteinskörper haben viele dieser Riffe am Südharz der
späteren Verwitterung gut widerstanden. Die Westersteine sind ein sehr gut
aufgeschlossenes, für Europa einzigartiges Riff, das nur aus Algenmatten (Stromatolithen) aufgebaut ist. Bei Bartolfelde trug die Brandung ältere
Grauwackenklippen ab, Gesteinsschutt blieb auf dem flachen Meeresboden liegen.
Auf Klippen im flachen Wasser siedelten u.a. riffbildende Moostierchen. Im
ehemaligen Steinbruch Bartolfelde erkennt man ihre dolomitischen Ablagerungen
samt Fossilien. Dieser ungeschichtete Dolomit sitzt unmittelbar der
oberdevonischen Südharzgrauwacke auf. Links im vorgelagerten Schutt sieht man
durch die Brandung abgerissene Blöcke von Grauwacke. Beide Naturdenkmale sind
Momentaufnahmen aus der Erdgeschichte. |
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Steinkirche Scharzfeld (
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Wie die Einhornhöhle ist auch die Steinkirche eine Klufthöhle im Zechsteindolomit. Von weit her ist ihr großes Portal am Westhang des Steinberges hoch über der Ortschaft Scharzfeld sichtbar. Bei Ausgrabungen, ab 1925 durch das damalige Provinzialmuseum Hannover durchgeführt, fand man die Überreste eines 15.000 Jahre alten Rentierjäger-Rastplatzes mit Feuerstelle aus der Weichsel-Kaltzeit. Um diese Feuerstelle herum wurden Werkzeuge sowie Knochen von Rentieren, Schneehasen und anderen Eiszeittieren gefunden. Die Rentierjäger konnten vom Berg die Tierherden in der Steppenlandschaft beobachten. |
Informationen: www.natur-live.de |
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Vor etwa 1.000 Jahren wurde die Naturhöhle durch Bearbeitung des Felsinnenraums, der Schachtspalte und des Portals zu einer christlichen Kirche umgewandelt. In den Fels im Portalbereich wurden Weihwasserbecken und Kanzel eingearbeitet. Balkenwiderlager und der Fund von Ziegelsteinen deuten auf eine Bebauung des Vorplatzes. Vom 9./10. bis in das 15. Jahrhundert hinein hat dieser Vorplatz auch als Friedhof für mehr als 100 Menschen gedient. In einem teilweise in den Dolomitfels gehauenen ”Steinsarg“ wurde 1937 das Skelett einer Frau entdeckt. Lohnenswert ist die Wanderung zu den Halbhöhlen am benachbarten Scharzfelder Schulberg mit mittelsteinzeitlichen Funden. |
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Größte Karstquelle Norddeutschlands:
Rhumequelle und Pöhlder Becker (
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Pöhlde liegt mitten in dem nach dem Ort benannten Pöhlder Becken,
einer breiten von löslichen Gipsgesteinen unterlagerten Auslaugungssenke. Der
zentrale Teil des Pöhlder Beckens wird von mächtigen eiszeitlichen
Schotterablagerungen bedeckt. Die Oder verliert hier einen erheblichen Teil
ihres Wassers in den Zechsteinuntergrund, wo es in tiefen Karsthöhlen
weiterfließt. Die Versickerungsstellen von Oder und der weiter nördlich
verlaufenden Sieber liegen 40 und 70 m höher als der Quelltopf der Rhumequelle.
Erdfallreihen zeigen den unterirdischen Lauf des Karstwassers bis zur Quelle an.
Sie schüttet im Mittel 215.000 m3 Wasser am Tag, d.h. 2,5 m3/s. Zu
Hochwasserzeiten kann die Schüttung bis zu 5,5 m3/s steigen. Das Wasser hat eine
gleichbleibende Temperatur um 8° C. Quellen dieser Art haben die Menschen seit
jeher angezogen, denn schon seit Jahrtausenden sind Quellen für Menschen
mystische Orte. Auch die Rhumequelle war ein alter Kultplatz. |
| Das Wasserwerk
Rhumspringe versorgt heute über 50.000 Einwohner des nördlichen Eichsfeldes mit
Trinkwasser aus dieser Quelle. Eine Wanderung um Pöhlde erschließt die Spuren
der Eiszeit und des unterirdischen Wassers: Die Kiesgruben um Pöhlde, Herzberg
und Hattorf zeigen die Unmassen an zugerundetem Gesteinsschutt, der unter den
Bedingungen des kaltzeitlichen Bodenfrostes aus den Harztälern in das flachere
Vorland verfrachtet wurde. Große Erdfälle deuten auf die unterirdische
Höhlenbildung hin. Dazu zählt der Wiedensee und sie finden sich im Pöhlder Wald
sowie am Rotenberg. Alle sind durch den Karstwanderweg erschlossen. |
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Perm und Eiszeitalter: Erdgeschichte an der Klinik Herzberg
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Beim Bau des Krankenhauses erschloss die Baugrube einen schwierigen
Baugrund, der einen guten Einblick in die erdgeschichtlichen Vorgänge
vermittelt. Ein Porphyrgang, also ein vulkanischer Förderschlot, ist am hinteren
Parkplatz in der Böschung zu sehen. In die Grauwackengesteine wurde während der
Rotliegendzeit (vor etwa 270 Mio. Jahren) eine 25 m tiefe und bis zu 80 m breite
steilwandige Schlucht eingetieft. Später füllte das vorrückende Zechsteinmeer
die Schlucht vollständig mit seinen Ablagerungen aus, deren unterste der ca. 40
cm dicke Kupferschiefer ist. Die Lebewesen des Zechsteinmeeres füllten die
restliche Mulde mit Kalkschlamm an, der heute den Zechsteinkalk bildet. Am
geneigten Meeresboden kam der noch weiche Kalkschlamm ins Rutschen und wurde vor
Hindernissen, wie hier vor dem Porphyrgang zu beobachten, in Falten geworfen. Im
frühen Eiszeitalter schnitt die Lonau ein Tal in den Kalkstein und füllte dieses
mit Sanden und Kiesen. |
| Das Grundwasser schuf im Kalk kleine Höhlen, in denen
sich weiche Manganerze bildeten. Um das Krankenhaus auf diesem unterschiedlich
tragfähigen Baugrund sicher zu gründen, mussten 230 Betonpfähle bis 30 Meter in
den Untergrund gesetzt werden. Folgt man vom Krankenhaus dem
Nationalpark-Seelenstieg bzw. dem Karstwanderweg nach Westen bis Mühlenberg,
kommt man an zahlreichen Pingen vorbei – Spuren der Bergbauversuche vergangener
Jahrhunderte auf das hier ausstreichende Kupferschieferflöz. |
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- Einziger natürlicher Wasserfall des Westharzes:
- Lonauer Wasserfall bei Herzberg
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Unterhalb dieses einzigen natürlichen Wasserfalls im Westharz fließt die Lonau mit der Sieber zusammen. Während die kleinere Lonau über harte Grauwacken fließt und sich in diesen nur langsam einschneiden kann, hat die wasserreichere Sieber die am Zusammenfluss beider Flüsse anstehenden weicheren und löslichen Zechsteinschichten ausgeräumt und dabei ein breites Tal geschaffen. Die Sieber tiefte ihr Tal im Übergang zwischen Gebirge und Harzvorland bedeutend schneller ein, so dass das Lonautal ”hängen blieb“. Daher stürzt die Lonau heute etwa 10 Meter tief als Wasserfall in das
Siebertal. |
| Die eigentliche Wasserfallschlucht liegt im weichen
Kulmtonschiefer. Er konnte der Erosion durch das Wasser nicht widerstehen. Noch vor Beginn der ersten Eiszeit (Entstehung der Oberterrasse), vor ca. 500.000 Jahren, floss die Lonau über Mühlenberg und Hörden in die
Sieber. Erst in den nachfolgenden Eiszeiten entstand der heutige Unterlauf samt Wasserfall. |
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Unterkarbon:
Hanskühnenburg bei Lonau ( 8 )
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Eine Wanderung zu den Ackerquarzit-Felsbildungen der Hanskühnenburg ist von Lonau, Sieber und Riefensbeek-Kamschlacken möglich. Oben angekommen, hat man von der Nationalpark- Waldgaststätte Hanskühnenburg einen guten Rundblick: Vom Aussichtsturm schweift der Blick bei schönem Wetter bis zum Brocken, in das Südharzvorland und zum Thüringer Wald. Die große Gesteinshärte des Acker- Bruchberg-Quarzites bewirkt eine hohe Beständigkeit gegen Verwitterung und Abtragung, so dass der Acker-Bruchberg-Zug im Laufe der letzten Jahrhunderttausende als Höhenrücken herauspräpariert wurde. |
Öffnungszeiten:
Nationalpark-Waldgaststätte „Hanskühnenburg":
täglich 9.00 - 17.00 Uhr,
Donnerstag Ruhetag (außer an Feiertagen)
Tel.: (05585) 390
www.nationalpark-harz.de |
Aus diesem Quarzit besteht die namengebende Felsengruppe „Hanskühnenburg“.
Er besteht fast vollständig aus feinkörnigem weißen bis hellgrauen Quarz. Das Gestein wirkt äußerlich homogen und – abgesehen von Klüften – nahezu strukturlos. Mit der Lupe lässt sich an Bruchflächen erkennen, dass er fast komplett aus Abermilliarden von winzigen Quarzkörnern besteht. Das Ursprungsgestein war ein sehr reiner Sand, dessen Schichtung sich nicht mehr erkennen lässt. Er wurde hier in der älteren Karbonzeit vor ca. 340 Mio. Jahren in Äquatornähe durch Erdbeben und untermeerische Rutschungen in eine Tiefseerinne verfrachtet und abgelagert. |
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Rotliegend Vulkanismus:
Porphyrkuppe
Großer Knollen ( 9 )
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Nach der Auffaltung und Heraushebung des Harzes aus dem Meer im oberen Karbon setzte im Zeitalter des unteren Perm, der Rotliegendzeit, Vulkanismus ein. Spalten im neu gebildeten Grauwackengebirge füllten sich mit glutflüssigem Magma und förderten dies an die Oberfläche; es erkaltete zu einem heute blassviolett bis rosa gefärbten Gestein, dem Porphyr. Solche Porphyrvulkane sind der Große und der Kleine Knollen nordöstlich von Herzberg. Sie sind beliebte Wanderziele von Herzberg aus. Auf dem Weg zur bewirtschafteten Knollenbaude (687 m über NN) kann man weitere mit Porphyr gefüllte Förderspalten entdecken. Ihre oberirdischen Ergüsse sind in jüngerer Zeit schon wieder abgetragen. Bei gutem Wetter reicht der Blick vom Großen Knollen bis zum Großen Inselsberg im Thüringer Wald!
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- Öffnungszeiten
„Knollenbaude":
Montag Ruhetag
- (außer an Feiertagen)
- Tel.: (05585) 222
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Schaubergwerg Scholmzeche Bad Lauterberg
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Dieses Besucherbergwerk gibt Einblicke in die lokale Montangeschichte. Die in Bad Lauterberg am Kurpark am Ufer der Oder gelegene, 1989 eröffnete Anlage zeigt eine interessante Kombination von alten Bergwerken: den 1837 angelegten Eisenstein-Suchort der „Scholmzeche“, der in den 1940er Jahren zu Luftschutzzwecken erweitert wurde, und den vorderen Teil des 1710-1718 getriebenen „Aufrichtigkeiter Tiefen Stollen“, der montanhistorisch wichtigsten Sehenswürdigkeit. Der Rundweg durch das Bergwerk ist 250 m lang und beginnt an der Wilhelmi- Brücke. Im Stollen sind bergmännische Arbeitsplätze und Stollenausbauarten dargestellt. Gezeigt werden Erze, Gesteine sowie bergbauliche Arbeitsutensilien. Der Rundgang führt in den historischen Wasserlösungsstollen der Grube „Aufrichtigkeit“. Sehr eindrucksvoll ist der Erzgang mit Kupfer und Schwerspat. Das Nebengestein besteht aus oberdevonischen Grauwacken und Tonschiefer. Ein wasserbetriebenes Funktionsmodell eines Kunstrades mit Schubstange und Schwingenkunst im Maßstab 1 : 6 zeigt anschaulich die historische Gestängewasserhaltung. Am Bergbaustandort Bad Lauterberg wird im Tal der Krummen Lutter noch für wenige Jahre Schwerspat abgebaut. |
Öffnungszeiten Besucherbergwerk:
April bis Oktober - Dienstag, Freitag und Samstag Führungen um 15.00 und 16.00 Uhr
November bis März - Freitag und Samstag Führungen um 15.00 Uhr
sowie ständig Sonderführungen auf Anfrage
Tel.: (05524)92040.
www.badlauterberg.de |
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Eisenhüttenmuseum
Königshütte Bad Lauterberg ( 11 ) |
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Von der Bahnhofstraße Bad Lauterberg über die Schanzenbrücke und die Hüttenstraße ist das technische Denkmal Königshütte zu erreichen (ausreichend Parkmöglichkeiten auf dem Hüttengelände). Die Königshütte wurde unter der Regentschaft von GEORG II. AUGUST (1683-1760), Kurfürst von Hannover und König von Großbritannien ab 1733 erbaut, nachdem im Zuge der merkantilistischen Wirtschaftspolitik zuvor 1707 die Rothehütte (im heutigen Königshütte) und 1715 die Eisenhütte zu Uslar entstanden. Noch ehe im Jahr 2001 der Betrieb endgültig eingestellt werden musste, konnte der 1983 gegründete Förderkreis Königshütte Bad Lauterberg e. V. 1997 im ehemaligen Probierhaus (Analysehaus) auf der Königshütte das „Südharzer Eisenhüttenmuseum“ eröffnen. Das Museum gibt in zwei Räumen interessante Einblicke in die Grundlagen der Eisenverhüttung, die Funktion der Königshütte und die vielfältige Produktpalette. Ein Ausstellungsschwerpunkt ist der Eisenkunstguss. Das einmalige Hüttenensemble, so wie es von jedermann auch außerhalb der angebotenen Führungen besucht werden kann, entstammt zwei Bauphasen. |
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| Der 1. Bauperiode (1733-1740) zuzuordnen sind das Verwaltungsgebäude mit Faktorei und Wohnungen sowie die ehemalige Hüttenschenke. Der größte Teil der Gebäude stammt jedoch aus der 2. Periode (1820-1840). Unter diesen verdient das ehemalige Eisenmagazin im neoklassizistischen Stil mit seinen vier gegossenen eisernen Säulen besondere Erwähnung.
Öffnungszeiten der Königshütte:
Jeden 2. und 4. Dienstag im Monat Führung um 15.00 Uhr
am Treffpunkt Hüttenbrunnen oder nach Anmeldung bei
Herrn Hillegeist Tel.: (0551) 7700683,
Herrn Schorisch Tel.: (05524) 4919 oder
Herrn Riehl Tel.: (05521) 5842
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Ausgewählte Informationsstellen,
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten |
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Hotel "Englischer Hof"
Herzberg am Harz
www.englischer-hof.de
Tel.: (05521) 8969-0
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Landhaus Schulze
Herzberg am Harz
www.landhaus-schulze.de
Tel.: (05521) 8994-0
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Harzer Hof
Herzberg am Harz-Scharzfeld
www.hotel-harzerhof.de
Tel.: (05521) 994700
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| Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz
persönlichen Georoute, rund um das Schloss Herzberg. Geotope, geologische
Einrichtungen und ausgewählte historische Bauwerke, können Sie besuchen,
besichtigen oder erwandern. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute
Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im Natur- und
Geopark Harz!
Veröffentlichung der Kartografie mit
freundlicher Genehmingung des
Verwaltungs-Verlages München
www.
stadtplan.net-Lizenz-Nr. 07-08-110
Der Geopark Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen wurde 2002 gegründet. Die Trägerschaft für das Teilgebiet Harz hat der Regionalverband Harz e. V. übernommen. Der untenstehenden Übersichtskarte können Sie die Lage der Landmarke 5 – Schloß Herzberg entnehmen. Wie dieses Faltblatt der Landmarke 5 werden Ihnen auch die Faltblätter zu anderen Landmarken helfen, Ihren nächsten Besuch im Natur- und Geopark Harz zu planen.
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Autoren: Dipl.-Geol. F. Knolle, Dr. R. Nielbock, Dipl.-Geol.
F. Vladi, Dr. K. George Abbildung Aufschluss Klinik Herzberg: Dipl.-Geol.
F. Vladi
© Regionalverband Harz e.V. - Hohe Straße 6 - 06484 Quedlinburg -
- Tel.: 03946/96410 - Telefax: 03946/964142 - Email:
rvh@harzregion.de
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