Landmarke 15

Schloss Ballenstedt - Unteres Selketal

 

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Am Rande der Stadt und an der Grenze des geschlossenen Waldgebietes des Harzes auf einem Berg gelegen, erhebt sich Schloss Ballenstedt. Für Reisende, die von Osten auf der B 185 über den als „Die Hohe" bezeichneten Kalkhöhenzug kommen, ist es bereits weithin sichtbar. Im Jahre 1765 erhoben die Fürsten von Anhalt-Bernburg das Schloss Ballenstedt zu ihrer Residenz. So wie dieses Schloss deshalb in besonderer Weise mit dem Herzogtum Anhalt verbunden ist, sind es auch die Zeugen des Bergbaus, die nachfolgend rings um Ballenstedt zwischen Frose, Tilkerode, Harzgerode und dem Anhaltischen Saalstein an der früheren Grenze zu Preußen, zum Besuch empfohlen werden. Das Schloss Ballenstedt, eine barocke Dreiflügelanlage, wurde in der ersten Hälfte des 18. Jh. unter Einbeziehung von Teilen der ehemaligen Klosteranlage erbaut. Im ehemaligen Westwerk der Klosterkirche befinden sich die Grabstätten ALBRECHT DES BÄREN (1100 - 1170) und seiner Gemahlin SOPHIE. 
Zum Schlossareal gehört auch ein Schlosspark, der nach Entwürfen von PETER JOSEPH LENNÉ (1789 - 1866) angelegt wurde und von einer aufwändigen formalen „Wasserachse" im Stil italienischer Villengärten sowie weiten landschaftlichen Partien geprägt ist. Motiv

Zur Entwicklungsgeschichte des Gebietes
Rabenklippe Das Gebiet zeigt in eindrucksvoller Weise die Entstehungsgeschichte eines ca. 500 Mio. Jahre alten Gebirges und dessen Aufschiebung auf sein jüngeres Vorland. Seit dem Ordovizium war das Gebiet des Harzes ein Meeresbecken, welches über 180 Mio. Jahre von feinkörnigen Sedimenten aufgefüllt wurde. Während des Devons veränderte sich der Boden des Meeres in Schwellen und Becken. Gleichzeitig kam es zu einem intensiven untermeerischen Vulkanismus, der bis in das jüngere Unterkarbon anhielt. Mächtige Basaltkörper drangen in die devonischen Sedimente ein. Ein solcher Intrusivkörper, ein sogenannter „Diabasgang“ ist am Osterteich bei Gernrode (12) zu besichtigen. Im Zeitraum vor 360 bis 330 Mio. Jahren wurde das Gebiet des Harzes von der variszischen Gebirgsbildung erfasst, dabei gefaltet, herausgehoben und teilweise abgetragen. Zum Abschluss erfolgte vor rund 300 Mio. Jahren der Aufstieg saurer Magmen. Das Granitmassiv des Rambergs gehört in diese Zeit. 
Während des Rotliegenden (vor 320 bis 272,5 Mio. Jahren) verstärkte sich die Abtragung in die nach der Gebirgsbildung entstandenen Senken hinein. Klimatisch bedingt kam es zur Bildung von Steinkohle, wie sie heute noch im Meisdorfer Becken auf alten Halden (z.B. bei Opperode) zu finden ist. In der zwischen Hoym und Badeborn gelegenen Mulde sind die jüngeren Gesteine der Kreidezeit erhalten geblieben. Der Höhenzug des Ruhmbergs bei Badeborn kündigt den Quedlinburger Sattel an. Hier treten ältere Gesteine z.B. der Muschelkalk (243 – 230 Mio. Jahre alt) zu Tage. Südlich von Badeborn befindet sich die mit Sandsteinen der Kreidezeit (89 - 81 Mio. Jahre alt) gefüllte Blankenburger Mulde. Deren Südflanke mit den Gegensteinen ist morphologisch herausgehoben. Die Gegensteine bestehen aus Sandstein, der durch silikatische Lösungen aus dem Untergrund besonders verfestigt ist (quarzitischer Sandstein). Die Steilstellung der Schichten ist ein Beweis für die Heraushebung des Harzgrundgebirges und seine Aufschiebung nach Norden vor ca. 80 Mio. Jahren. Am Bückeberg bei Gernrode sind die Schichten des Muschelkalk steilgestellt und teilweise überkippt.

In den absinkenden Randsenken des aufsteigenden Salzstockes von Aschersleben kam es im Tertiär (vor 49 – 37 Mio. Jahren) zur Bildung eines ausgedehnten Moores. Die Braunkohlenlagerstätte bei Frose konnte so entstehen.

Die Landmarke des Gebietes:

Museum Ballenstedt ( 1 )

Motiv   Das in einem Barockpalais aus dem 18. Jahrhundert untergebrachte Museum ist Teil des historischen Gebäudeensembles am Schlossplatz. Das Museum zeigt die Besiedlungs-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Die Ausstellung informiert auch über die „Residenzzeit“, als Ballenstedt bis in das Jahr 1863 Sitz der Fürsten und Herzöge von Anhalt-Bernburg war. Im Museum befinden sich außerdem eine Mineraliensammlung sowie eine kleine Ausstellung über die Bergbaugeschichte der Region. Das ebenfalls am Schlossplatz gelegene, 1788 im frühklassizistischen Stil erbaute Schloss- und Hoftheater, ist das älteste Theater Sachsen-Anhalts. In den 215 Jahren seines Bestehens konnte das einmalige Ambiente des Theaters im Innen- und Außenbereich bewahrt werden. Das Theater kann jedoch nur zu Aufführungen besucht werden.
Öffnungszeiten Museum:
Mai-Okt. Di. - Fr. 10.00 - 17.00 Uhr
Sa. - & So. 10.00 - 12.00 & 14.00 - 17.00 Uhr
November - April Di. - Fr. 10.00 - 16.00 Uhr
Sa. & So. 10.00-12.00 & 14.00 -16.00 Uhr
Tel.: 039483 / 8866
 

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Kreide: Gegensteine Ballenstedt  ( 2 )

Motiv   Die Gegensteine befinden sich nördlich von Ballenstedt. Zum Parkplatz der in einem Naturschutzgebiet gelegenen Gegensteine weist die Beschilderung am westlichen Ortseingang Ballenstedts im Zuge der B 185 bzw. der L 242. Vom Parkplatz gelangen wir in ca. 10 Minuten zum Kleinen Gegenstein. Ein Fußweg führt von dort zum Großen Gegenstein. Die Gegensteine gehören zu der Aufrichtungszone entlang des Nordharzrandes. Es handelt sich um Involutus-Sandstein aus der Oberkreide. Durch Abtragung entstand die als Schichtrippe herauspräparierte, morphologische Form. Der Große Gegenstein kann über eine in den Fels gehauene, steile Treppe bestiegen werden. 
Der Mut wird durch einen atemberaubenden Ausblick auf den Nordharzrand mit Ballenstedt im Süden, auf den Brocken, die Aufrichtungszone des nördlichen Harzvorlandes mit Teufelsmauer und Regenstein im Westen (Landmarke 9) sowie auf die Blankenburger Mulde, die Seweckenberge und das im Anhaltischen gelegene Dorf Badeborn im Norden belohnt.  Die Inschrift der vermutlich aus Mägdesprung stammenden Kunstgusstafel aus dem Jahr 1863 erinnert an die Errichtung des Kreuzes auf dem Großen Gegenstein im Todesjahr des Herzogs ALEXANDER CARL VON ANHALT-BERNBURG (1805 - 1863). Schmuckfunde (Museum Ballenstedt) aus der Bronzezeit weisen auf die frühe Besiedlung des Gebietes hin. Für die kleine Wanderung sollte man 1 bis 2 Stunden einplanen.

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Muschelkalk: Ehemaliger Steinbruch am Bückeberg Gernrode  ( 3 )

Motiv    Am nördlichen Ortsrand von Gernrode befindet sich der ehemalige Kalksteinbruch Bückeberg. Den Geopunkt erreichen wir vom Parkplatz Gernrode (Straße nach Bad Suderode) über den markierten Wanderweg in ca.10 Minuten. Aus dem Unteren Muschelkalk stammend gehört der Bückeberg zu der Aufrichtungszone entlang des Nordharzrandes. Durch den künstlichen Aufschluss ist die überkippte Lagerung der Schichten gut zu erkennen. Das Profil ist eines der vollständigsten zusammenhängenden Muschelkalkprofile in Mitteldeutschland. Vom Parkplatz aus erreicht man in ca. 5 Minuten zu Fuß auch die Stiftskirche St. Cyriakus. Die über 1.000 -jährige Stiftskirche ist der einzige weitgehend unverändert gebliebene Kirchenbau Deutschlands aus ottonischer Zeit.
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Karbon mit Granit: Anhaltinischer Saalstein und Rambergmassiv   ( 4 )

Motiv  Am Ende des Kurparks Bad Suderode befindet sich ein von der Straße nach Friedrichsbrunn aus erreichbarer Parkplatz. Entgegen der Fließrichtung des Baches, auf dem schattigen Weg im Kalten Tal, erreichen wir zu Fuß in gut einer halben Stunde den Gipfel des Anhaltischen Saalsteins (vom Tal aus 800m steiler Aufstieg). Auf dem Weg dorthin queren wir den Bach hinter der Gaststätte „Felsenkeller“ und erreichen zunächst die „Lessinghöhle“ (Abbau von Flußspat und Kupferkies im 16./ 17. Jh.). Der aus Ramberg-Granit bestehende Saalstein wurde auf der Grundlage des Anhaltischen Naturschutzgesetzes vom 14. Juni 1923 und einer in Ausführung dieses Gesetzes erlassenen Ministerialverordnung am 26. Januar 1924 unter Schutz gestellt. Er ist ein Ausschnitt der westexponierten Steilhänge (320 bis 380m ü. NN) des Kalten Tales mit Felsklippen und Blockschutthalden im Zweiglimmergranit des Ramberg-Plutons. 
Motiv   Am Fuße des Anhaltischen Saalsteins verläuft die ehemalige Grenze zu Preußen. Bei den Straßenbauarbeiten um 1890 wurde dort ein imposanter Wasserfall des Kalte-Tal-Baches zerstört. Gegenüber erhebt sich der Preußische Saalstein. Wandern wir vom Anhaltischen Saalstein den Schutzhüttenweg entlang, erreichen wir nach 4,5km die höchste Erhebung des Rambergs, die Viktorshöhe (581m ü. NN). Der Name geht auf Fürst VIKTOR FRIEDRICH VON ANHALT (1700 - 1765) zurück, der um 1750 unterhalb des Berges ein Jagdhaus besaß. In der Nähe befinden sich die Klippen der Kleinen und der Großen Teufelsmühle (Ramberg-Granit mit Wollsackverwitterung). Wer nicht denselben Weg zurücklaufen möchte, dem wird empfohlen, weitere 3km zum Bärendenkmal zu wandern. Eine gusseiserne Tafel in einem Granitstein erinnert an den letzten Bären, der an dieser Stelle Ende des 17. Jh. in den anhaltischen Forsten erlegt wurde. Nach einem weiteren Kilometer erreichen wir den Bremer Teich (mit Bademöglichkeit und Campingplatz), von wo aus es dann bis zum Haltepunkt „Sternhaus-Ramberg" der Harzer Schmalspurbahn nur noch 2km Fußweg sind. Wegen der artenreichen Laubwälder ist das gesamte Gebiet Teil des europäischen Schutzgebietssystems NATURA 2000. Wer sich keine weite Wanderung zumuten möchte, dem sei ein Besuch des Gesteinsgartens im Kurpark Bad Suderode empfohlen (vom Parkplatz ein kurzes Stück talabwärts).  
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Karbon mit Grauwacke: Steinbruch Rieder

 
An vielen Stellen zwischen Ballenstedt und Gernrode sind kleinere und größere Abbaustellen der insbesondere für den Verkehrswegebau wichtigen Grauwacke zu finden. Überwiegend sind die ehemaligen Steinbrüche heute nach dem Naturschutzgesetz des Landes Sachsen- Anhalt besonders geschützte Biotope. In einem der Steinbrüche wird von der Mitteldeutschen Baustoffe GmbH auch heute noch Grauwacke gewonnen und verarbeitet. Trotz seiner inzwischen bedeutenden Ausmaße ist der Gewinnungsbetrieb aber so angeordnet, dass er die Erholungseignung des Naturparks Harz nicht beeinträchtigt. Die bewaldete Harzrandzone bleibt erhalten, und die Höhe der Abraumhalden wird das natürlich gewachsene Geländeniveau nicht überschreiten. Aus Sicherheitsgründen kann der Steinbruch derzeit noch nicht für den Besucherverkehr freigegeben werden, doch wird ein künftiger Abschlussbetriebsplan auch die Einrichtung einer Aussichtsplattform vorsehen.

Informationen: www.mdb-gmbh.de/rieder/

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Oberkarbon - Unterperm mit Steinkohle: Kohlenschacht Opperode   ( 5 )

 
Nur an einer Stelle, bei Opperode, wurde in Anhalt von 1573 bis 1824 Steinkohle geschürft. Ausgebeutet wurden geringmächtige Flöze innerhalb des Rotliegenden. Eine Wanderung durch das Revier beginnen wir am Sportplatz des Ballenstedter Ortsteils Opperode und verbinden diese mit einer Besteigung des Bismarckturms. Lohnend ist auch der Besuch des als Naturbad beliebten Kunstteiches, der 1749 für die Wasserhaltung des nahegelegenen Steinkohlenschachtes angelegt wurde.
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Strulle  ( 6 )
Motiv   Wann und zu welchem Zweck die “Strulle” gegenüber dem Schlossteich von Meisdorf angelegt wurde ist nicht bekannt. Ein vermuteter direkter Zusammenhang mit dem ehemaligen Opperöder Steinkohlenbergbau konnte bisher noch nicht eindeutig belegt werden. Bei einer Begehung des etwa 10 m Meter tief in den Berg führenden Stollens wurden im Sommer 2007 mehrere Golfbälle in einer Seitennische gefunden, die vermutlich vom Meisdorfer Golfplatz stammen und somit auch auf eine Verbindung zur Erdoberfläche schließen lassen. Die “Strulle” wird von einer Verwerfungsquelle gespeist. Hinsichtlich seines Lösungsinhaltes hat das Wasser einen intermediären Charakter.  
So ist es bei weitem nicht mehr so arm an Mineralstoffen, wie es die Quellwässer im Harzgebirge gewöhnlich sind, andererseits verfügt es aber auch nicht über die höheren Lösungskonzentrationen, wie sie häufig an den zechsteinbürtigen Quellen des nahen Harznordrandes auftreten. Sein Gehalt an festen gelösten Stoffen liegt bei ungefähr 700 mg/l. Hauptbestandteile sind mit etwa 65% Calzium und Hydrogenkarbonat. Der Rest setzt sich aus Natrium, Kalium, Magnesium, Sulfat und Chlorid zusammen. Nach einer Inschrift an der Natursteineinfassung wurde die “Strulle” letztmalig am 9. Mai 1937 saniert.

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Anhaltinisches Bergamt Harzgerode   ( 7 )

Motiv   Das Schloss Harzgerode ließ Fürst GEORG III. VON ANHALT-DESSAU (1507–1553) auf einer älteren Anlage zwischen 1549 und 1552 aufbauen. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Nutzung des Schlosses, und so war es im 19. Jh. auch Anhaltisches Bergamt. Der Brunnen auf dem Marktplatz Harzgerode mit Darstellung der Lage der Gangzüge im Revier weckt die Neugier auf weitere Entdeckungen des anhaltischen Bergbaus auch in der angrenzenden Landmarke 10 – Auerberg - Oberes Selketal.

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Gold, Silber, Selen und Eisenerz: Bergbaulehrpfad Tilkerode  ( 8 )

Motiv    Wir folgen der Straße zwischen Abberode und Stangerode, um zu einem der beiden Ausgangspunkte des Bergbaulehrpfads zu gelangen. Der fünf Kilometer lange Weg führt durch das ehemalige Tilkeröder Eisenerzrevier, vorbei an Pingen, Halden und verbrochenen Stollenmundlöchern. Völlig isoliert von den generell hercynisch streichenden Unterharzer Gängen treten hier in einem aus silurischen Graptolithenschiefern und darin eingelagerten Diabasen bestehenden Sattel einige Nord-Süd verlaufende, steil nach Osten einfallende Eisenerzgänge auf. Dieses Revier lieferte bis 1858 etwa 35-40.000 t Eisenerz, die größtenteils auf der Eisenhütte Mägdesprung verarbeitet wurden. In Fachkreisen weltweit bekannt wurde Tilkerode 1821, als der Bergrat JOHANN LUDWIG CARL ZINCKEN (1791 - 1862) hier edelmetallhaltige Seleniderze entdeckte. 1825 wurden darin auch Gold und Spuren von Palladium nachgewiesen. Die an sich unbedeutende Menge von rund 400 Gramm Gold besaß einen hohen ideellen Wert, war es doch das einzige Gold, das jemals in Anhalt gewonnen wurde. Denn die Gemarkung Tilkerode war eine anhaltische Exklave, in die das preußische Abberode eingeschlossen war. Aus dem Tilkeröder Gold wurden 116 Dukaten geprägt, die die Aufschrift „EX AURO ANHALTINO" tragen.
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Industriegeschichte des Selketals: Carlswerk Mägdesprung ( 9 )

Motiv   Kurz hinter dem Abzweig der Straße zur Selkemühle von der B 185 befindet sich das Carlswerk, ein technisches Denkmal, dessen Maschinen und Anlagen funktionstüchtig erhalten sind und das in der Etage über der Maschinenhalle eine hochinteressante Ausstellung zur industriegeschichtlichen Entwicklung des Standortes beherbergt. Am 9. November1646 wurde durch einen Vertrag zwischen Fürst FRIEDRICH VON ANHALT (1613 – 1670) und dem vermögenden Tuchhändler aus Quedlinburg, JOHANN HEIDFELD, die „Eisenhütte unter dem Mägdesprung" gegründet. Teil der späteren Mägdesprunger Eisenhüttenwerk AG war ab 1829 die Maschinenfabrik, zu der ab 1842 auch das Carlswerk gehörte. Zur Palette der unzähligen verschiedenen Produkte der bis in das Jahr 1991 reichenden Geschichte der Maschinenfabrik zählen nicht nur Wasserhaltungsanlagen für den Bergbau, Brechwerke und Mühlen zum Zerkleinern von Gesteinen, sondern auch Dampfmaschinen sowie Maschinen und Anlagen für Zuckerfabriken, Getreidemühlen, Brennereien, Ziegelindustrie, Pulvermühlen, Sägewerke bis hin zu Uhrengewichten (in Zapfenform für deutsche oder in Holzschuhform für holländische Uhren), Öfen und zuletzt Gaskochern. 
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Öffnungszeiten:
Di. - Fr. 09.00 – 16.00 Uhr
Sa. & So. 11.00 – 16.00 Uhr
An Feiertagen gibt es gesonderte Öffnungszeiten.
www.harzgerode.de
 
In Hammerwerken (I. bis IV. Hammer) entlang der Selke unterhalb von Mägdesprung wurde das Eisenerz zerkleinert und in Blauöfen eingeschmolzen oder Roheisen aus Mägdesprung weiterverarbeitet. Gleich unterhalb des Carlswerkes befindet sich so der I.Hammer, dessen Turbine nach der Einstellung der Erzverarbeitung noch bis 1956 Strom lieferte. Verlässt man am III.Hammer linksseitig das Selketal entdeckt man zwei architektonisch interessante Mehrfamilienhäuser und einen historischen Friedhof mit Zeugnissen des Mägdesprunger Kunstgusses. Das Baumaterial für die Häuser lieferte der gegenüber dem Carlswerk gelegene Plattenschieferbruch. Im Jahr 1821 übernahm ZINCKEN das Amt eines Direktors der anhalt-bernburgischen Berg- und Hüttenwerke. Bergrat ZINCKEN lebte und arbeitete 27 Jahre lang in Mägdesprung. Ihm gelang die Entdeckung mehrerer neuer Minerale, von denen eines den Namen Zinckenit trägt.

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Kunstguss Erbstollenportal bei Mägdesprung  ( 10 )

Motiv   Ein Erbstollen ist in der Sprache der Bergleute der tiefste Entwässerungsstollen in einem Grubenrevier, der den darüber liegenden „enterbt“ hat. Zwischen III. und IV. Hammer finden wir dort, wo der Schiebecksbach in die Selke mündet, das Portal des Herzog-Alexis-Erbstollen. Um dorthin zu gelangen, wandern wir von Mägdesprung aus auf dem „Selketalstieg“, der uns später weiter zur gemütlichen Einkehr im Land- und Reiterhotel Selkemühle führt. Schon ab dem IV. Hammer weitet sich der Talgrund des Selketals zu einem Wiesental mit romantischen Landschaftsbildern. Der 2.256 m lange Herzog-Alexis-Erbstollen wurde zwischen 1831 und 1864 zur Untersuchung der Gangzüge nördlich von Harzgerode vorgetrieben. Sein im Zeitraum 1830 bis 1848 entstandenes klassizistisches Portal ist ein eindrucksvolles Zeugnis zeitgenössischer Kunstgussprodukte, die zwischen 1821 und 1914 in Mägdesprung entstanden. Viele weitere Zeugnisse des Mägdesprunger Kunstgusses finden wir bis zum IV. Hammer und insbesondere in Mägdesprung. 
Beispielhaft sei hier die 1862 entstandene Gussplastik „Der besiegte Hirsch" erwähnt. Auch die berühmte Gussplastik „Siegender Hirsch" in Friedrichsruh bei Hamburg wurde 1895 in Mägdesprung gegossen. Sie war ein Geschenk des Landes Anhalt an Fürst OTTO VON BISMARCK (1815 - 1898) zu dessen 80. Geburtstag.

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Kurmittel und Felsklippen: Alexisbad  ( 11 )

Motiv   Alexisbad, in einer Aufweitung des Selketales an der B 185 gelegen, wurde 1810 unter der Regierung des Fürsten ALEXIUS FRIEDRICH CHRISTIAN VON ANHALT-BERNBURG (1767 - 1834) als Badeort gegründet. Das Kurmittel, eisensulfathaltiges Wasser mit hohem Fluoridanteil, lieferte der sogenannte „Selkebrunnen". Diese Wasserfassung findet man am Mundloch des Schwefelstollen I. Zu nennen sind auch noch die „Freundschaftsquelle“ (Schwefelstollen II) und das eingefasste Mundloch des Katharinenstollens, der „Alexisbrunnen“. Sehenswert bei Alexisbad sind besonders die Felsklippen unterschiedlicher Gesteinsarten. Der „Kapellenfelsen" und der „Habichtfelsen" bestehen aus Plattenschiefer, der „Adolffelsen" aus Tanner Grauwacke mit conodontenführenden Kalkbändern (Mikrofossilien). In Alexisbad, dass in dem zur damaligen Zeit bedeutenden Industrieort Mägdesprung eingepfarrt war, gründeten Ingenieure aus ganz Deutschland am 12. Mai 1856 den Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Zu den 23 Gründungsmitgliedern zählte auch der Hüttenmeister CARL BISCHOF (1812 - 1884) aus Mägdesprung. Ihr Ziel war es, alle geistigen Kräfte der Technik zum gemeinsamen Wirken zusammenzufassen. Ihre Idee hat bis heute Bestand.

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Tertiär mit Braunkohle: Anhaltische Kohlenwerke Frose  ( 12 )

Motiv   Noch im Jahr 1904 fanden allein in der Grube der Anhaltischen Kohlenwerke bei Frose 192 Bergleute Arbeit. Die geförderte Braunkohle diente nicht nur der Brennstoffversorgung in einem Umkreis von ca. 50 km Radius, sondern war auch der Rohstoff für die Jahresproduktion von 935 t Teer und 7.650 t Grudekoks, mit deren Herstellung viele weitere Menschen ihr Lohn und Brot verdienten. In den letzten Jahrzehnten war der anhaltische Braunkohlenabbau wegen nahegelegener viel bedeutenderer Tagebaue im Nachterstädter Revier weitgehend in Vergessenheit geraten. Erst die Böschungssanierung nach 1990 erzeugte wieder Aufmerksamkeit für das zuvor von Wald umgebene Tagebaurestloch, dass man unmittelbar in der Nähe des Bahnhofs Frose findet. 
Die Besichtigung des Tagebaurestlochs kann man mit einem Abstecher zum Concordia-See im Naherholungsgebiet „Seeland" Landmarke 14 verbinden. Sehenswert in Frose ist auch die romanische Stiftskirche. THOMAS MÜNTZER (um 1490 - 1525) wirkte hier von 1515 - 1517 als Probst.

Ausgewählte Informationsstellen, Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten

Motiv 1.) Hotel Habichtstein Alexisbad
www.habichtstein.de
Tel.: (039484) 7800

2.) Schlosshotel Meisdorf
www.vandervalk.de/2004/harzhotel/de/
Tel.: (039483) 980

3.) Land- und Reiterhotel Selkemühle Mägdesprung
www.hotel-selkemuehle.de
Tel.: (039484) 2341

4.) Großer Gasthof Ballenstedt
www.vandervalk.de/ballenstedt
Tel.: (039483) 510

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Die Karte hilft Ihnen bei der Planung Ihrer ganz persönlichen Georoute, rund um die Landmarke Schloss Ballenstedt. Geotope, geologische Einrichtungen und ausgewählte historische Bauwerke, die aus dem im Gebiet anstehenden Gestein errichtet wurden, können Sie besuchen, besichtigen oder erwandern. Die Beschreibungen enthalten zusätzliche Informationen über Öffnungszeiten. Der Regionalverband Harz e. V. wünscht Ihnen gute Erholung und interessante Einblicke in Geologie und Geschichte im hier vorgestellten Teil des Geoparks Harz!

Veröffentlichung der Kartografie mit freundlicher Genehmingung des Verwaltungs-Verlages München
www. stadtplan.net-Lizenz-Nr. 03-09-92

Text: Dr. K. George & Ch. Linke
Fotos: George, RVH, MDB

© Regionalverband Harz e.V. - Hohe Straße 6 - 06484 Quedlinburg - 
Tel.: 03946/96410 - Telefax: 03946/964142 - Email: rvh@harzregion.de
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