Landmarke 17
Schloss Mansfeld
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Im Nordwesten der Landmarke „Schloss Mansfeld“ erhebt sich
die Wippraer Zone des Harzgebirges, mit mehr als 400 Mio. Jahre alten
Tonschiefern und Quarziten. Sie gehört zum altpaläozoischen Grundgebirge (Ordovizium – Silur). Im Osten wird das Grundgebirge von oberkarbonen Sedimenten
bedeckt, die bei der Abtragung des variszischen Gebirges entstanden. Es sind
überwiegend rote Sandsteine, Konglomerate und Schiefertone
(„Mansfeld-Schichten“). Etwas jünger sind die Sandsteine der
„Hornburg-Schichten“ und die sogenannten „Melaphyre“, als Zeugen des Vulkanismus
aus dem Unterperm (Rotliegend, ca. 300 Mio. Jahre alt). Die jüngsten Sedimente
des Rotliegend bestehen aus Konglomeraten der Eisleben- Formation. Zwischen
dieser und den „Mansfeld-Schichten besteht eine zeitliche Lücke aus der keine
Ablagerungen überliefert sind. Sie wird Saale-Diskordanz genannt. Im Zechstein
vor ca. 250 bis 257 Mio. Jahren überflutete das stark salzhaltige Zechsteinmeer
den Harz und sein Umland. An der Basis der salinaren Zechsteinsedimente liegt
das nur wenige Dezimeter mächtige dunkle Kupferschieferflöz, welches über 800
Jahre Gegenstand des Bergbaus war.
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Die Landmarke des Gebietes:
Schloss Mansfeld ( 1 )
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Auf den bergigen Ausläufern des Ostharzes erhebt sich am Rand einer
steil zum Tal abfallenden Hochfläche die gewaltige Anlage von Schloss und
Festung Mansfeld. Im Jahr 1060 wurde zum ersten Mal ein Graf von Mansfeld
urkundlich erwähnt. Aufzeichnungen über eine Burg datieren auf das Jahr 1229.
Ein großer Brand vernichtete 1509 die mittelalterliche Burganlage. Anfang des
16. Jh. bauten die Grafen drei Renaissance-Schlösser (Vorderort, Mittelort und
Hinterort), die von 1517 bis 1549 gemeinsam mit starken Befestigungswerken
umgeben wurden. In diese Zeit fällt auch der Erwerb bzw. Bau der Stadtsitze und
der St.- Annenkirche in Eisleben durch die Mansfelder Grafen. Wegen großer
Verschuldung gerieten die Grafen ab 1570 in Zwangsverwaltung. Seither verfielen
die Schlösser Mittelort und Hinterort. Trotz Schleifung 1674/75, Verfall und
starker Übergrünung präsentiert sich das Schloss heute dennoch als eine der
imposantesten Anlagen des Harzvorlandes. 1780 fiel das Schloss an den
preußischen Staat. Im 19. Jh. wurde Schloss Vorderort neu gestaltet, nachdem es
von 1794 - 1810 im Besitz des Oberbergrats CARL FRIEDRICH BÜCKLING, des Erbauers
der ersten deutschen Dampfmaschine nach Wattschem Prinzip, war. Schloss Mansfeld
wurde 1947 zur Nutzung an die Evangelische Kirche übergeben und ist seit 1999
Eigentum des Fördervereins Schloss Mansfeld e. V. In den vergangenen Jahren
erfuhr es umfangreiche Sanierungsmaßnahmen und wird gegenwärtig als christliche
Jugendbildungs- und Begegnungsstätte genutzt. |
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| Im Bereich des äußeren
Schlossgrabens finden wir einen sehenswerten geologischen Aufschluss der
Sandsteine der Rotliegendformation. Nicht weit entfernt, am südlichen Rand des
Schlossberges im “Hasenwinkel”, wo auch schon sehr früh Bergbau umging, ist der
Zechstein mit dem Kupferschieferflöz aufgeschlossen. |
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Kupferschiefer:
Mansfeld Museum und
Hettstedt
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Um das Jahr 1200 begann der Kupferschieferbergbau im Mansfelder
Revier. Zwei zugewanderte Bergleute, NAPPIAN und NEUKE, sollen es gewesen sein,
die am Kupferberg bei Hettstedt das erste Kupfererz entdeckten. Das
Bergbaudenkmal auf dem Hettstedter Markt erinnert daran. Die über 800-jährige
Tradition des Kupferschieferbergbaus, des Hüttenbetriebes und der
Halbzeugherstellung im Mansfelder Revier ist im Mansfeld Museum Hettstedt
dokumentiert. Dieses ist in einem barocken Schlößchen untergebracht, in dem
WILHELM VON HUMBOLDT (1767-1835) und seine Frau CAROLINE, geborene VON
DACHERÖDEN (1766-1829) für einige Jahre wohnten. Im Museum sind außerdem
Mineralien und Fossilien des Kupferschiefers, z. B. der Kupferschieferhering
Palaeoniscum freieslebeni, ausgestellt. Vielfältige Sachzeugen und Dokumente
sowie technische Modelle geben einen Einblick in das Bergwesen der
Vergangenheit. Im Freigelände können Maschinen und Geräte sowie eine
nachgestellte Bergbausituation besichtigt werden, ebenso die Übertageanlage des
Wetterschachts Lichtloch 24 des Schlüsselstollens. |
| Öffnungszeiten:
Mi. – Fr. 10.00 – 16.00 Uhr Sa. + So. 10.00 – 17.00
Uhr www.mansfeld-museum-hettstedt.de |
Hauptattraktion des Museums
ist der originalgetreue Nachbau der ersten deutschen Dampfmaschine Wattscher
Bauart. Die Maschine wurde von dem Bergassessor CARL FRIEDRICH BÜCKLING (1750-
1812) gebaut und 1785 erstmals in Gang gebracht. Ihren Einsatz hatte sie im
König-Friedrich-Schacht nahe Hettstedt, um das Grubenwasser abzupumpen. Da ein
Kauf der Maschine bei der Firma Boulton & Watt in Birmingham zu
kostenintensiv und außerdem mit einem 14-jährigen Liefermonopol verbunden
gewesen wäre, wurden BÜCKLING und der Oberbergrat WAIZ FREIHERR VON ESCHEN auf
eine Studienreise geschickt. Auf Befehl der preußischen Regierung sollten sie
die neuen Maschinen so eingehend erkunden, dass ein Nachbau in Deutschland
möglich würde, was mittels der Industriespionage auch gelang. Bereits 1794
musste die Dampfmaschine durch eine stärkere Maschine abgelöst werden. Die alte
Maschine wurde nach Löbejün in eine Steinkohlegrube umgesetzt, wo sie noch ca.
50 Jahre arbeitete. Der im Jahr 1985 entstandene Nachbau wird zu Veranstaltungen
auch in Betrieb gesetzt; ebenso wird die einzige noch betriebsfähige
Kesseldampfmaschine Sachsen-Anhalts regelmäßig unter Dampf genommen. |
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Auf dem Kupferberg in Hettstedt
steht die älteste Kirche Hettstedts, die St. Gangolf Kirche, deren Vorgängerbau,
eine Kapelle für den kleinen Bergbauort, von den FREIHERREN VON ARNSTEIN,
errichtet wurde. Sie bauten außerdem ein Hospital für alte und kranke Bergleute,
welches aber nur ca. 30 Jahre bestand. Seit einigen Jahren kümmert sich ein
Verein um das nicht mehr kirchlich genutzte Gebäude und organisiert hier
beispielsweise Konzerte oder Ausstellungen. Vom Kupferberg aus haben wir einen
guten Blick auf Hettstedt mit seinen Türmen und Resten der Stadtmauer. Besonders
fallen der Saigerturm und der Zuckerhutturm auf. „Saiger“ ist hier nicht im
geologischen oder bergbaulichen Sinne zu verstehen, sondern ein Ausdruck für
„Uhr“. Der Zuckerhutturm dagegen erhielt seinen Namen auf Grund seiner
pyramidenförmigen aufgemauerten Spitze. |
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Maschinendenkmal
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Am Ortseingang von Hettstedt, aus Siersleben kommend, folgen wir der
Ausschilderung zum Maschinendenkmal. Nach einem kurzen Fußweg erreichen wir das
1890 errichtete Denkmal. Der Verein Deutscher Ingenieure, gegründet 1856 in
Alexisbad (Landmarke 15), stiftete es in Würdigung des Baus der ersten
Dampfmaschine nach Wattschem Prinzip. Das Denkmal besteht aus einem Granitblock
mit zwei Bronzetafeln sowie einem Fundament aus Buntsandstein und Granitplatten.
Vom Denkmal aus haben wir einen sehr guten Blick auf die sich weit nach Süden
und Osten erstreckende Bergbau-Haldenlandschaft der Mansfelder Mulde mit
Kleinst-, Flach- und Spitzkegelhalden. |
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Bergbauwanderpfad Mansfelder Land ( 4 )
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Vom Maschinendenkmal aus können wir auf einem gut ausgeschilderten
Weg bis nach Friedeburg wandern. Der Weg führt durch die unter Denkmalschutz
stehende Haldenlandschaft des Burgörnerund Welfesholzer Reviers nach Welfesholz.
Bei Welfesholz findet man einen Hinweis auf den Hoyerstein, der der Sage nach an
die berühmte “Schlacht am Welfesholze” erinnert. Hier soll es am 11. Februar
1115 zu einer Schlacht zwischen den Truppen Kaiser HEINRICH V. (1086-1125) und
den Sachsen gekommen sein, die als Höhepunkt der kriegerischen
Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und den sächsischen Edelleuten gilt. |
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Für den Kaiser kämpfte auch sein Feldmarschall Graf HOYER VON MANSFELD, der im
Falle eines Sieges mit der sächsischen Herzogswürde geadelt werden sollte. Graf
HOYER war vom Sieg überzeugt. Er steckte seine Faust in den Stein und sagte:
„Ich, Graf Hoyer, ächt geboren, habe noch nie eine Schlacht verloren; So wahr
ich greif in diesen Stein, auch diese muß gewonnen sein“. Jedoch wurde die
Schlacht nicht gewonnen und Graf HOYER fiel in derselben. Weiter führt der Weg
über Gerbstedt, Zabenstedt, Friedeburgerhütte (9) nach Friedeburg. In der Nähe
der Neumühle sieht man das Mundloch des 32 km langen Schlüsselstollens. Im 19.
Jh aufgefahren, diente der Stollen bis zur Einstellung des Bergbaus der
Ableitung der Grubenwässer aus den Mansfelder Kupferschieferrevieren. |
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Tal der heiligen Reiser ( 5 )
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An der Ortsausfahrtstraße von Hettstedt in Richtung Oberwiederstedt
liegt rechter Hand das Freibad. Von hier aus führt uns ein Fußweg in Richtung
Osten. Wir überqueren die Wipper, wenden uns nach rechts und gehen bis zur
Kreuzung. Hier biegen wir nach links in die Talstraße ein. Nachdem wir die
Bahndammunterführung passiert haben, halten wir uns links und nehmen an der
Weggabelung den schmalen Pfad, der uns wiederum nach links führt. Noch einige
Meter und wir erreichen einen imposanten Aufschluss, den Grand Canyon von
Hettstedt. Hier im Tal der Heiligen Reiser ist eine schwache Verstellung (Winkeldiskordanz) zwischen oberkarbonen Schiefertonen und Glimmersandsteinen zu
den darüber befindlichen oberrotliegenden Porphyrkonglomeraten der Eisleben
Schichten zu beobachten. Es handelt sich um eine beträchtliche Zeitlücke, denn
die Hornburg-Schichten fehlen vollständig. Die Saale-Diskordanz ist eine
bedeutende Zeitmarke der variszischen Gebirgsbildung. Etwa auf Höhe der
Wipperbrücke beginnt ein Wanderweg (Wegmarkierung: Jakobspilgerweg), der bis
nach Oberwiederstedt führt. Hier im Renaissanceschlösschen wurde GEORG PHILIPP
FRIEDRICH VON HARDENBERG (1772-1801), genannt Novalis, geboren. Novalis war
Bergbaufachmann sowie Jurist und ging vor allem als Dichter der Frühromantik in
die Geschichte ein. Das Schloss ist heute Forschungsstätte für Frühromantik und
Sitz der Internationalen Novalisgesellschaft. |
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Geologischer Aufschluss: Walbeck
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Auf dem Weg zum Tierpark
Walbeck, der sich in einem Teil der alten
Schlossparkanlage befindet, kommen wir an einem sehr schönen Aufschluss vorbei.
Hier stehen kohlige, pflanzenführende Tonschiefer aus dem Unterkarbon der
geologischen Einheit „Wippraer Zone“ an. Im Tierpark können wir vorzugsweise
einheimische Tierarten, wie Rot- und Damwild, Wildschweine, Kolkraben u. a.
bestaunen. Vom Tierpark aus führt ein Naturlehrpfad mit Informationen zu
verschiedenen Lebensräumen der heimischen Flora und Fauna weiter durch die
ehemalige Schlossparkanlage. Am Wege steht die mächtige Adelheideiche. Gegenüber
finden wir die in Sandstein eingefasste Adelheidquelle. An einem Teich vorbei
gelangen wir bis zum Planteurhaus. Das klassizistische Haus wurde 1802 vom
damaligen Schlossbesitzer BARTELS für den Planteur gebaut. |
Der Planteur war
verantwortlich für die Bäume der ausgedehnten Parkanlagen. Als 1817 der Besitzer
starb, sollen hier ca. 20.000 Obstbäume gestanden haben. Das Planteurhaus mit
seiner Ausflugsgaststätte befindet sich heute in Privatbesitz. OTTO I. (912 -
973) schenkte seiner zweiten Frau ADELHEID (931 - 999) im Jahre 951 eine
Pfalzanlage in Walbeck als Morgengabe. Ihre gemeinsame Tochter MATHILDE (955 -
999), die die erste Äbtissin in Quedlinburg war, gründete hier 992 ein
Benediktinerinnenkloster. Nach der Säkularisierung im 16. Jh. wechselte die
Anlage mehrmals die Besitzer und gelangte im 18. Jh. an die Familie VON DEM
BUSSCHE, die sie in eine spätbarocke Dreiflügelanlage umbauen ließ. Nach
weiteren Eigentümerwechseln wurde das Schloss 1945 enteignet. Danach wurde die
Anlage weitestgehend landwirtschaftlich genutzt. Die Schlossanlage kann nur von
außen besichtigt werden. Der Ort Walbeck wurde erstmals 950 urkundlich erwähnt.
Der Ortsname ist von dem Bach Walbke oder auch Walbach abgeleitet. Da Walbeck
verkehrsgünstig zwischen den Pfalzen des Ostharzes lag, kam ihm eine große
Bedeutung als Reichshof zu. |
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Öffnungszeiten des Tierparks
Walbeck: 1. Mai – 30. Sept. tgl. 9.00 bis
19.00 Uhr 1. Okt. – 30. April tgl.10.00 bis 17.00Uhr Tel.: (03476) 85
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Alte Bergschule und Knappenbrunnen Eisleben ( 7 )
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Durch die Entwicklung des Bergbaus war der Bedarf an Steigern und
Hüttenvögten im Mansfelder Kupferschieferbergbau sehr groß. Schon 1719 wurde auf
dem Generaltag der Mansfelder „Eislebisch und Hettstedtischen Gewerkschaften“
beschlossen, jungen Bergleuten eine wissenschaftliche Ausbildung zu vermitteln.
Als Vorbild diente Freiberg. Dort gab es bereits seit 1702 die Möglichkeit für
angehende Bergbeamte, sich entsprechend schulen zu lassen. In Eisleben wurde der
Unterricht zunächst sporadisch nach dem Bedarf und den Möglichkeiten
durchgeführt. Die kurfürstlich-sächsische Regierung beschloss 1780, den
Unterricht in Eisleben regelmäßig durchzuführen. Immerhin 18 Jahre später, am
14. Juli 1798, wurde die Eisleber Bergschule gegründet. Bis zum Jahre 1808
wurden, entsprechend dem damaligen Beamtenbedarf, jährlich acht Schüler pro Jahr
aufgenommen. Die Ausbildungskosten übernahmen die Mansfelder Gewerkschaften. Die
Schule stand auch weiteren Schülern offen, die allerdings die Kosten selbst zu
tragen hatten. Der Schulalltag war mit dem heutigen nicht vergleichbar. Bei
anfangs drei Stunden Unterricht pro Woche dauerte die Ausbildung vier Jahre.
Bedingung war, dass die Auszubildenden täglich im jeweiligen Betrieb arbeiteten.
Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte die Grafschaft Mansfeld zu Preußen. Das
Bergamt Eisleben und das Oberbergamt Halle waren nun die zuständigen
Bergbehörden des preußischen Staates. In der erstmals im Jahr 994 urkundlich
erwähnten Stadt Eisleben erinnern verschiedene Denkmäler im Stadtgebiet an den
800-jährigen Kupferschieferbergbau, so der „Kamerad Martin“ auf dem Breiten Weg
oder der Knappenbrunnen der sich gegenüber der ehemaligen alten Bergschule
befindet. Der Brunnen wurde 1983 vom Mansfeld Kombinat gestiftet und vom
Quedlinburger Bildhauer WOLFGANG DREYSSE gestaltet. Berühmt ist Eisleben, das
den Beinamen „Lutherstadt“ trägt, auch als Geburts- und Sterbeort MARTIN LUTHERS
(1483– 1546). LUTHERS Vater war Hüttenmeister und Eigentümer mehrerer Bergwerke
und Hütten. Graf ALBRECHT IV. VON MANSFELD, ein Freund LUTHERS, war der Gründer
der Eisleber Neustadt mit der Kirche St. Anna, in der eine in Europa einmalige
Steinbilderbibel zu besichtigen ist. Das Wohnhaus Graf ALBRECHTS IV., ein
repräsentatives spätgotisches Haus am Markt, beherbergte über Jahrhunderte die
Bergbaubehörden. |
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Lapidarium Helbra ( 8 )
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Das Lapidarium - eine Gesteinssammlung - wurde im Garten des
Bürgerhauses der Gemeinde Helbra angelegt. Hier können wir Gesteine aus der
Mansfelder Mulde und aus dem Unterharz besichtigen. Die Fundorte der Gesteine
reichen von Tilkerode Landmarke und den Pferdeköpfen bei Wippra über
Biesenrode, Siebigerode, Bösenburg und Wettin bis zum Braunkohlentagebau in
Amsdorf. Der
Besucher erfährt Wissenswertes über Entstehung, Vorkommen und Verwendung der
Gesteine. (Besichtigung nach Vereinbarung unter: Tel.: 034772/28583). Vor
dem Gemeindehaus informiert eine Tafel über Bergbau- Wanderwege um Helbra. |
| Mansfelder Bergwerksbahn |
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Am 15. November 1880 wurde für den Transport des Kupferschiefers von
den Glückhilfschächten bei Welfesholz zur Kupferkammerhütte Hettstedt eine
zunächst 5 km lange Schmalspurbahn (750 mm) in Betrieb genommen. In den
folgenden Jahren wurde das Streckennetz auf alle Förderschächte und Hüttenwerke
zwischen Eisleben und Hettstedt ausgedehnt. Mit der Auserzung der Mansfelder
Mulde – bis 1969 wurden alle Schächte geschlossen – drohte das Aus für die Bahn.
Bis 1990 diente die auf ca. 20 km geschrumpfte Strecke nur noch dem Transport
von Zwischenprodukten in und zwischen den Hütten in Helbra und Hettstedt. Der
Verein Mansfelder Bergwerksbahn e. V. unterhält auf dem verbliebenen
Streckenabschnitt Klostermansfeld – Hettstedt einen Museumsbahnbetrieb nach
Fahrplan oder mit Sonderfahrten auf Anmeldung. |
www.bergwerksbahn.de
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Kornflaschen in Friedeburgerhütte
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Friedeburgerhütte besitzt ein einmaliges Denkmal der
Produktionsgeschichte des Mansfelder Bergbaus und Hüttenwesens: die
Kornflaschen. Sie befinden sich direkt links neben der Ortseingangsstraße aus
Richtung Gerbstedt. Die Kornflaschen sind große, aus Schlackesteinen
(“Wickelschlacken”) gemauerte Behälter, in denen man bis zur Einstellung der
dortigen Kupferhütte 1870 das Deputatgetreide für die Arbeiter aufbewahrte.
Infolge der Missernte 1847 und der daraus resultierenden Hungersnot ließ die
Gewerkschaft Kupferkammerhütte, die der Friedeburgerhütte angegliedert war,
diese Magazine herstellen. Die Kornflaschen waren jeweils 9,5 m hoch, hatten
eine lichte Weite von 4,5 m und waren unterirdisch im Lößlehm angelegt. Da die
oben befindliche Öffnung der Flaschen etwa einen Meter unter der Erdoberfläche
lag und mittels einer Steinplatte verschlossen wurde, blieb die Temperatur im
Inneren relativ konstant. |
| Das verfugte Schlackenmauerwerk ließ keine
Feuchtigkeit eindringen und gewährleistete dadurch eine lange Haltbarkeit sowie
Schutz vor Ungeziefer und anderen Räubern. Von ehemals 11 bis 13 dieser
Kornflaschen sind noch drei erhalten, ihre Sicherung erfolgte im Jahr 1995. Die
imposante Anlage kann jederzeit besichtigt werden. |
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Burgruine Arnstein
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Die Burgruine Arnstein steht auf einem nach drei Seiten steil
abfallenden Bergsporn über dem romantischen Einetal am Ortsrand von Harkerode.
Das Einetal inspirierte FRIEDRICH BARON DE LA MOTTE-FOUQUÉ (1777–1843) zu seinem
Kunstmärchen „Undine“, welches ALBERT LORTZING (1801-1851) als Vorlage für seine
gleichnamige Oper nutzte. Wir erreichen Harkerode wenn wir in Quenstedt von der
B 180 zwischen Aschersleben und Hettstedt in Richtung Sylda abbiegen. Die
Burgruine Arnstein ist eine der größten mittelalterlichen Burganlagen im Harz.
WALTER VON ARNSTEIN begann mit dem Bau der Burg im Jahr 1130. Zur Freiherrschaft
Arnstein gehörte auch der Ort Hettstedt, der sich ab etwa 1200 zu einem
bedeutenden Bergbauzentrum entwickelte. Nach dem Aussterben der Arnsteiner Ende
des 13. Jh. wechselten die Besitzer häufig. Von 1812 bis 1945 befand sich die
Burg im Besitz der Familie VON KNIGGE. |
| Seitdem ist die Gemeinde Harkerode
Besitzer der Ruine. Die Reste der Anlagen können wir besichtigen. Das
Hauptgebäude ist teilweise saniert. Vom Parkplatz an der Straße zwischen Sylda
und Harkerode gehen wir auf einem Fußweg zur Burgruine. Ein fantastischer Blick
bietet sich uns auf das Umland. Unter der Burg befindet sich ein über den
Brunnen erreichbarer Gang, der als Fluchtweg gedient haben könnte. Später sollen
die Eigentümer den Gang als Bierlager genutzt haben. |
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Wippraer Zone: Klippmühle bei
Vatterode ( 11 )
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Vom Haltepunkt Klippmühle der Bahnlinie der Wipperliese gehen wir in
Richtung Biesenrode. Nach einigen Metern erreichen wir einen sehr schönen
Aufschluss. Hier stehen metamorphe Gesteine ordovizischen Alters an (470 Mio.
Jahre). Ehemalige Sedimente (Tone, Schluffe und Sande) wurden durch hohen Druck
und Temperatur bei der Gebirgsbildung in bunte phyllitische Tonschiefer und
dünnplattige, feinklastische Quarzite umgewandelt. Dieser Vorgang wird
Metamorphose genannt. Im Zuge der Gebirgsbildung wurden die Schichten intensiv
gefaltet und steilgestellt. Die Quarzite sind hier typisch ausgeprägt und in der
gesamten geologischen Einheit der Wippraer Zone wieder zu erkennen. Ein Ort,
nach welchem ein Gestein für eine größere Region benannt ist, wird „locus
typicus“ genannt und hat deshalb für die geologischen Wissenschaften eine
überregionale Bedeutung. |
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Ausgewählte Informationsstellen,
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeiten |
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hristliche Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Schloss
Mansfeld Tel.: (034782) 20201 http://www.schloss-mansfeld.de/
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Reit- und Sporthotel Nordmann Stangerode Tel.: (034742)
9530 www.nordmannharz.de
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Heimvolkshochschule Alterode Bildungshaus am
Harz Alterode www.heimvolkshochschule-alterode.de Tel.: (034742) 95030
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Die Karte hilft Ihnen bei der
Planung Ihrer ganz persönlichen
Georoute. Auch sachkundige Führungen können
vermittelt werden (Kontakt:
Leiter der Arbeitsgruppe der
Geoführer im Regionalverband
Harz, Herr Dr.STEIGER
(03944) 369085 oder mail:
T_Steiger@gmx.de).
Der Regionalverband Harz e.V.
wünscht Ihn en gute Erholung
und interessante Einblicke in
Geologie und Geschichte im
hier vorgestellten Teil des Geoparks Harz!
Veröffentlichung der Kartografie mit
freundlicher Genehmingung des
Verwaltungs-Verlages München
www. stadtplan.net-Lizenz-Nr. 03/09/92.
|
Text: Christiane Linke, Dr. Matthias Thomae, Monika
Wetzel Fotos: George, Kreisverwaltung Mansfelder Land, LAGB, Linke
© Regionalverband Harz e.V. - Hohe Straße 6 - 06484 Quedlinburg -
- Tel.: 03946/96410 - Telefax: 03946/964142 - Email:
rvh@harzregion.de
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